„Stets zur vollen Zufriedenheit“ – Altes vom BAG!

Der Fall: Eine Arbeitnehmerin wollte nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein gutes Zeugnis erstreiten, nämlich eine Gesamtbeurteilung dahin, dass sie ihre Leistungen "stets zur vollen Zufriedenheit" des Arbeitgebers erbracht habe. Der Arbeitgeber hielt dagegen nur ein "zur vollen Zufriedenheit" (ohne "stets") für gerechtfertigt, was der Schulnote "befriedigend" entspricht. Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts trägt der Arbeitnehmer, der eine überdurchschnittliche Beurteilung im Zeugnis erstrebt, die Darlegungs- und Beweislast für entsprechend gute Leistungen. Gleichwohl hatten in unserem Fall die Vorinstanzen der Klage der Arbeitnehmerin ohne Beweisaufnahme stattgegeben und dies unter Bezugnahme auf neuere Studien (gute und sehr gute Leistungsbeurteilungen bei fast 90 % der ausgewerteten Zeugnisse) damit begründet, dass es sich nach dem heutigen Verständnis des Wirtschaftslebens bei einer Leistungsbewertung mit "befriedigend" nicht mehr um eine durchschnittliche Beurteilung handele.

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