Minijob und Urlaub

Was viele immer noch nicht wissen: Auch ein Minijob ist ein normales Arbeitsverhältnis. Zwar gibt es Besonderheiten bei der Sozialversicherung und bei der Lohnsteuer. Arbeitsrechtlich wird der geringfügig Beschäftigte aber genauso behandelt wie andere Arbeitnehmer auch, z.B. Vollzeitkräfte. Und das bedeutet unter anderem: Er hat selbstverständlich einen Anspruch auf bezahlten Urlaub. Häufig wird aus bloßer Unkenntnis heraus aber überhaupt kein Urlaubsantrag gestellt. Und das hat nach dem Bundesurlaubsgesetz zur Folge, dass der Urlaubsanspruch am Jahresende (nach manchen Tarifverträgen eventuell auch etwas später, z.B. am 31.03. des Folgejahres) verfällt, also ersatzlos untergeht. Diese Folge tritt nach einem bemerkenswerten Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz (Urteil vom 05.08.2015 – 4 Sa 52/15) jedoch ausnahmsweise dann nicht ein, wenn der Arbeitgeber die Fehlvorstellung des Arbeitnehmers befördert und ihn dadurch von der Stellung eines Urlaubsantrags abhält.

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